Trioformation „Lehmler-Maiello-Brinkmann“


Saxophon · Klavier · Violoncello


Neues Album: „Amber Sky“ (Enjoy Jazz Records)
Was Musik überhaupt, insbesondere aber den Jazz auszeichnet, sind jene Momente der
Überraschung und des Überraschtseins, die sich aus Konstellationen ergeben – neuen und
verwegenen, zufälligen oder ersehnten. Diese situativen Zusammenkünfte beziehen sich nicht nur
auf die Musikerinnen und Musiker, die sich da in einem Probenraum oder auf der Bühne, im
Studio oder in einem Club begegnen und ihre individuellen Fertigkeiten miteinander in Verbindung
setzen. Sondern da ist noch etwas anderes, was schwer zu greifen und noch schwerer zu
beschreiben ist. Man könnte das in einem emphatischen Sinne magisch nennen.
Alexandra Lehmler hatte schon eine Weile lang davon geträumt, in einer bestimmten, klassisch
anmutenden Besetzung zu spielen. Den Pianisten Apollonio Maiello kennt sie seit Ewigkeiten, seit
fünfzehn Jahren haben sich ihre Wege immer wieder gekreuzt. Er sprang in verschiedenen ihrer
Bands ein, war Teil einiger herausgehobener Projekte – etwa dem Green Dolphin Orchestra.
Im Falle des Cellisten Jörg Brinkmann verhielt es sich ein wenig anders. Sie sei, erzählt Lehmler,
fasziniert gewesen von seinen Trio-Arbeiten, etwa mit Oliver Maas und Dirk Peter Kölsch oder
Roman und Julian Wasserfuhr – „eine einprägsame Erfahrung“. Es dauerte dann allerdings eine
Weile, bis sich eine Gelegenheit ergab, mit ihm zu arbeiten. Die tat sich im letzten Jahr durch
Enjoy Jazz auf, das Lehmlers Wunschkollaboration mit Maiello und Brinkmann Realität werden
ließ.


Jetzt, ein Jahr später, wird diese Live-Aufnahme unter dem Titel „Amber Sky“ auf dem
festivaleigenen Label Enjoy Jazz Records veröffentlicht. Was sich beim ersten Hören gleich
vermittelt: eine Vertrautheit und Innigkeit, Wärme und Sensibilität, die aus dieser Konstellation
erwächst. Die Kompositionen atmen paradoxerweise den Geist der Stille, was aber ein bisschen
über die Bewegung und die Lebhaftigkeit unter der Oberfläche hinwegtäuscht: Da lauern
komplexe musikalische Strukturen, und tiefreichende emotionale Schichten kommen zum
Vorschein. Mag auch ein melancholisches Grundgefühl in diesen gleichberechtigt erarbeiteten
Stücken vorherrschen – es wird immer wieder von melodischer Leichtigkeit konterkariert.
Wie Alt- und Sopransaxophon, Klavier und Cello sich umgarnen und ergänzen, wie Motive von
den drei Charakteren jeweils eigenwillig und doch vereint fortgesponnen werden, und wie die
Akteure die Kompositionen, so anmutig und präzise sie sind, in ein improvisatorisches Brodeln
überführen, das ist höchst beeindruckend.
Und berührend. Manchmal entwickeln sich die Stücke behutsam; dann tun sich kleine
Zwischenräume auf, in denen etwas Unerwartetes entstehen kann.
Lehmlers erzählerisch-schwebende Linien, das harmonisch vielgestaltige Spiel Maiellos, das
facettenreiche Cello Brinkmanns – immer hat man das Gefühl, hier keine Note versäumen zu
wollen und zu dürfen. Ja, es hat lange gedauert, bis dieses Trio zusammengefunden hat.
„Aber manche Dinge brauchen etwas Zeit“, sagt Alexandra Lehmler, „wie ein guter Wein. So fühlt
sich auch unsere Musik an.“ Sie besitzt tatsächlich eine große Reife. „Und sie strahlt für mich sehr
viel Ruhe aus.

Termin: Donnerstag, 14.01.2027

Einlass 19 Uhr

Beginn 19.30 Uhr

Eintritt 24 € / ermäßigt 14 €

wegen der begrenzten Platzzahl bitte unbedingt den Vorverkauf unter info@holz-form.com nutzen